Aber vegan ist doch gesund!

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Immer mehr Menschen stellen erfreulicherweise aufgrund moralischen, ethischen oder aber auch ökologischen Gründen auf eine vegane Ernährung um. Aber Achtung! Vegan muss nicht zwingend gesund bedeuten.

Wird aufgrund gesundheitlicher Motive auf eine pflanzliche Ernährung umgestellt, kann von einem besseren Verständnis für eine bedarfsgerechte Ernährung ausgegangen werden. Deshalb galt bis anhin: eine vegetarische und vegane Ernährungsform ist gesund, ernährungspsychologisch angemessen und bringt gesundheitliche Vorteile für die Prävention und Behandlung bestimmter Krankheiten (1). Weiter konnten in der Vergangenheit die pflanzliche Ernährung mit einem „insgesamt gesunden“ Lebensstil in Verbindung gebracht werden. D.h. mehr Bewegung, weniger Alkohol und weniger Raucher. Wenn bei Studien die vegane Stichprobe besser abschnitt als jene der Mischköstler, haben Kritiker der veganen Ernährung deshalb berechtigterweise oft auch den insgesamt gesünderen Lebensstil mit dafür verantwortlich gemacht.

Diese Zeiten dürften aufgrund der sogenannten Pudding-Veganer (Junk-Food-Veganer) vorbei sein. Wird aus tierethischen Motiven auf eine vegane Ernährung umgestellt, stehen die gesundheitlichen Aspekte bzw. vollwertige und gesunde Ernährung nicht zwingend im Vordergrund. Dies hat die Lebensmittelindustrie längst erkannt. Aufgrund des stetig wachsenden Bevölkerungsanteils, welcher sich vegan ernährt (2), füllen sich auch die Lebensmittelregale mit immer mehr veganen Produkte. Das vegane Angebot im Supermarkt wird stetig breiter und der vegane Konsument muss auf immer weniger „verzichten“. Egal, ob Schokolade, Süssgebäcke, Glacé oder Biberli – in den westlichen Industriestaaten sind wir mittlerweile soweit, dass es fast das komplette Fast- und Junk-Food-Angebot auch in einer veganen Variante gibt.

Langfristig wird dies dazu führen, dass auch bei einer veganen Ernährungsform die Zivilisationserkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes zunehmen. Deshalb gilt es, die gesundheitlichen Motive bei Veganern genauso zu schulen wie bei Mischköstlern. Dann ist eine individuelle bedarfsgerechte pflanzliche Ernährung und die Gesundheit der Konsumenten gewährleistet. Wovon dann auch in Zukunft Tier- und Umweltschutz profitieren.

Gruss

Euer Ben

  1. Melina, V., Craig, W., & Levin, S. (2016). Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets. Journal of the American Academy of Nutrition and Dietetics, 116(12), 1970-1980.
  2. Swissveg. (2017). Swissveg. Abgerufen am 17. Dezember 2018 von https://www.swissveg.ch/veg-umfrage#1