Vegan hilft?!

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„Die Umstellung auf eine vegane Ernährung hat mir zu Beginn gesundheitlich sehr geholfen.“ Diese Aussage höre ich oft in meinen Beratungen. Bei den einen verbesserte sich erfreulicherweise das Hautbild, bei anderen wiederum die Schlafqualität, Erholungsfähigkeit, Energie im Alltag oder sogar die Verdauung. Dies wurde von der Mehrheit vor allem auf den Verzicht von tierischen Produkten zurückgeführt. Erstaunlicherweise verschlechterte sich trotz der pflanzlichen Ernährung der gesundheitliche Zustand nach einigen Monaten jedoch wieder: Mit der Folge, dass vereinzelte Personen wieder auf eine Mischkost umstellten. Bestes Beispiel hierfür ist die Influencerin Christine Salus, welche ihren Followern zuerst eine vegane Ernährung predigte und nun aufgrund eigener gesundheitlicher Probleme wieder zurückrudert.

Hauptproblematik dabei sind jedoch nicht die tierischen Produkte oder die rein pflanzliche Ernährung. Vielmehr geht es hierbei um die Kohlenhydratzufuhr und die Belastungen im Alltag. Aufgrund der heutigen Leistungsgesellschaft befindet sich unser Körper tagsüber sehr oft im sogenannten Stressstoffwechsel. Dies sorgt dafür, dass mehrheitlich Kohlenhydrate für die Energiebereitstellung genutzt werden. Bekommt der Körper diese nicht und ist parallel zu lange in einem Kaloriendefizit, werden wertvolle körpereigene Proteine abgebaut. Längerfristig führt dies zu Warnsignalen des Körpers (Schlafstörungen, Verdauungs- und Hautprobleme etc.). Wird nun auf eine vegane Ernährung umgestellt (High Carb Ernährungsform), wird der Körper seit langem wieder mit genügend Kohlenhydraten versorgt. Man(n) bzw. frau fühlt sich besser und leistungsfähiger. Die neugewonnene Energie wird nun direkt wieder im Alltag ausgegeben (intensiveres oder häufigeres Training, mehr Überstunden im Job usw.). D. h., der Körper landet erneut in einem selbstverursachten Stressstoffwechsel. Mit der Folge, dass nach einigen Monaten wieder ähnliche Engpässe wie vor der Ernährungsumstellung entstehen. Schuld dabei ist also nicht die Ernährungsform, sondern vielmehr die mangelnde Regeneration, eine Kaloriennegativbilanz und oder zu wenige Kohlenhydrate. Diese wird aufgrund ästhetischer Aspekte bewusst praktiziert oder entsteht gerade bei der veganen Ernährung oftmals unbewusst aufgrund der geringen Energiedichte der Lebensmittel (siehe Blogbeitrag «Aber ich esse doch schon so viel!»).

Wie wir bereits mit einer eigenen Studie zeigen konnten, ist davon oft auch der anaerobe Stoffwechsel betroffen. Wie dieser dann wieder auf Vordermann gebracht werden kann, erläutere ich euch in meinem nächsten Blog.

Fazit:

Unsere Ernährung ist unser Treibstoff, sie kann unsere beste Form der Medizin oder das langsamste Gift sein. D. h., egal ob Mischkost oder vegane Ernährung – damit keine gesundheitlichen Einschränkungen entstehen und wir leistungsfähig bleiben, muss die Ernährung auf den individuellen Alltag angepasst werden.

Euer #MrVeg
Benjamin Signer