Absolut vermeidbar: Magenkrämpfe, Durchfall und Muskelkrämpfe beim Triathlon

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Triathlon ist eine der trainingsintensivsten Sportarten. Zudem ist ein Equipment nötig, welches oft weit über CHF 10.000 kostet. Da ist es umso tragischer, wenn ein Sportler aufgrund der Ernährung sein Ziel nicht erreicht. Anbei einige Ursachen darzustellen, warum beim Leistungssportler Magenkrämpfe und Durchfall auftreten können.

Das Bild von Athleten, die an ihrer „Ernährung“ scheitern, ist in der Analytik immer wieder gleich:

  • Sehr ausgeprägte Grundlage (hohe VT1). 
  • Schlechter anaerober Bereich (kaum eine metabole Redundanz, also schlechte Verwertung des Laktats im Stoffwechsel).
  • Zu viel Training, zu viel Stress im Alltag, zu wenig Essen, überlastete Muskulatur.
  • Training immer im oberen Zielbereich der Grundlage oder fährt tendenziell mit zu hoher Intensität.
  • Man fährt über seinen Verhältnissen auf dem Rad während des Wettkampfs.
  • Einsatz von Koffein und keine Wahrnehmung der Müdigkeit.

Was passiert also? Der Körper kumuliert während der Langdistanzbelastung immer mehr Stoffwechselzwischenprodukte aus dem anaeroben Stoffwechsel. Er „übersäuert“ immer mehr (man verzeihe mir den Laienausdruck). Wenn der Körper jedoch nicht vorher im Training dazu programmiert ist (schlechter anaerober Anteil), passiert dies:

  • Der Darm braucht für die Arbeit unter anderem Sauerstoff und als Nährstoff Kohlenhydrate (darum ist er auch bei Überlastung ein wichtiger Laktatproduzent).
  • Wenn der Körper jedoch schon am Anschlag ist, nachdem der Triathlet ein sehr hohes Tempo auf dem Rad angegangen ist, verringern wir die aerobe Kapazität des Körpers (erhöhtes CO2 verringert die O2 Aufnahme).
  • Der Darm bekommt ebenfalls weniger Sauerstoff (grosse Hitze/Überlastung bedeutet noch mehr anaerobe Anteile).
  • Geschieht dies, dann verträgt er immer weniger Fruktose, welche in den meisten Sportgetränken 30 Prozent der Kohlenhydrate ausmacht. Der Darm schaltet dann auf „Durchzug“.
  • Wäre der Triathlet die Radstrecke etwas weniger intensiv (übermotiviert) angegangen oder wäre vor dem Wettkampf polarisierter trainiert worden, wäre es zu keinem Problem gekommen.
  • Die Ursache ist selten ein bestimmtes Gel oder Getränk, sondern fast immer eine zu hohe Intensität/falsches Training, ausgelöst durch „Ich wollte doch nur der Gruppe folgen“, „Ich hatte sooooooo gute Beine“, „Ich habe zu viel Koffein genommen und darum die Müdigkeit nicht gespürt“. 
  • Wenn der Körper komplett ausgelaugt ist, kann es sogar dazu kommen, dass anfallende Säuren aus dem Darm (aufgrund der Verdauungsarbeit) nicht mehr abgepuffert werden können (metabole Azidose). Dann muss sich der Sportler umgehen übergeben! Jegliche Arbeit des Darms führt ja zu noch mehr Säuren. Dann bitte umgehend auch die Sauerstoffsättigung im Blut messen. Allenfalls kann eine Sauerstoffgabe Linderung schaffen.

Ich hoffe, ich habe euch mit diesen Zusammenhängen etwas geholfen. Bitte lasst euch die professionelle Begleitung im Bereich der Ernährung auch etwas Wert sein. Hier gibt es ausgewiesene Fachleute auf dem Bereich. Sie können euch helfen, das Optimum abzurufen und das Ziel mit einem breiten Grinsen zu erreichen.
Der Text darf gerne an anderer Stelle verwendet werden mit der Angabe der Urheberschaft und in Facebook geteilt werden.

Mit Begeisterung
Jürg Hösli

Unsere Berater für den Sport Dr. med. Jürgen Grunwald, Gregory Grünig, Raphael Fritschi und ich stehen euch auch International über Skype für Beratungen zur Verfügung.