Vieles beginnt im Kopf

Ernährung im Nachwuchssport. Warum viele Talente auf der Strecke bleiben
18. August 2019

«Der Trainier hat gesagt, ich soll dieses und jenes trainieren.»
«Auf meinem Trainingsplan steht, ich muss heute noch ein Intervall machen.»
«Aber ich muss doch mehr trainieren, um besser zu werden.»

Die Liste solcher Aussagen könnte ein halbes Buch füllen. Wenn ich sie höre, muss ich innerlich ein wenig schmunzeln und kurz durchatmen, damit ich danach mit voller Energie und Überzeugung meine Gegenargumente dazu liefern kann.
Warum vieler solcher Aussagen unsinnig sind? Sie haben alle etwas gemeinsam, denn sie haben sich im Kopf festgesetzt. Ich frage dann oft, ob das der Körper auch so sieht? Erstaunlicherweise – oder anders gesagt – für mich aus logischem Grund wird dies meistens verneint. Somit haben wir ein grosses Problem bereits entdeckt:

Kopf und Körper ziehen nicht am gleichen Strang.

Doch genau dies ist die Voraussetzung, um Ziele zu erreichen, die oft bereits längerfristig verfolgt werden. Denn wenn der innere Schweinehund immer grösser wird, hat der Stoffwechsel definitiv ein Problem – oder anders gesagt, der Körper «schreit» nach Ruhe.

Wenn ich besser werden will, macht nicht der Kopf den Trainingsplan, sondern der Körper! Ein Trainingsplan, der vom Trainierenden oder vom Trainier zwingend eingehalten wird, macht vielleicht dem Kopf und dem Gewissen Freude, schiesst aber mit allem, was möglich ist, gegen den Körper.

Wer in der heutigen Zeit die Psychologie, den Alltagsstress, die Schlafqualität nicht in die Planung mit einfliessen lässt, sondern alles nur auf Training und Leistung ausrichtet, hat nicht ganzheitlich verstanden, um was es geht. Dass für viele Sport reine Kompensation ist, sollte allen klar sein. Dass dies sicherlich auch positiv sein kann und zum Leben neben anderen Kompensationsmöglichkeiten dazugehört, ist ebenfalls unbestritten. Am Ende geht es aber darum, eine Mischung zwischen Belastung und Entlastung zu finden, die auch angepasst an unseren Alltag funktioniert. Somit heisst es dann eben oft «weniger ist mehr», oder anders gesagt: «Qualität und nicht Quantität». Und genau dies beginnt im Kopf oder in meinen Beratungen.

Viele Grüsse 
Gregory